AstroNews: Der Sternenhimmel im Februar
Planetenreigen am Winterhimmel
In den nächsten Wochen, bis in den März hinein, kann man viele Planeten unseres Sonnensystems beobachten. Der Anblick des Sternenhimmels aber wird im Süden durch den Orion, den Himmelsjäger, geprägt. Vier Sterne bilden den Körper des Jägers, Rigel steht am rechten Fuß und Beteigeuze ist der linke Schulterstern.
Beides sind Riesensterne, der Radius von Beteigeuze (Entfernung 530 Lichtjahre) liegt bei 500 Millionen km, das ganze innere Planetensystem hätte in ihr Platz. Rigel ist da bescheidener, er hat gerade 10% des Durchmessers von Beteigeuze, er würde aber immerhin noch an die Bahn des Planeten Merkur reichen.
Ganz markant sind die drei Gürtelsterne des Orion, deren Verbindungslinie nach links unten auf den hellsten Stern des Sternenhimmels, den Sirius im Sternbild „Großer Hund“, zeigt. Sirius ist rund doppelt so groß wie unsere Sonne, er wird von einem sog. „Weißen Zwerg“ umkreist, einem alten Stern, dessen Materie von einer Sonnenmasse auf die Größe der Erde zusammengepresst ist.
Weiße Zwerge sind sterbende Sterne, sie setzen keine Energie mehr frei, sie glühen aus und erkalten.
Weiße Zwerge und Riesensterne sind am Ende ihres Lebens angekommen. Eines der jüngsten Himmelsobjekte dagegen steht unterhalb der Gürtelsterne: zumindest im Fernglas kann man den Orionnebel, eine Geburtsstätte von Sternen und Planeten beobachten.
Diese gigantische Gas- und Staubwolke wird von jungen Sternen (den sog. Trapezsternen im Zentrum der Wolke) angestrahlt und zum Leuchten gebracht. Sie ist 1350 Lichtjahre entfernt und erstreckt sich über 30 Lichtjahre und ist nur ein kleiner Teil einer gigantischen Molekülwolke, die sich über das gesamte Orion-Sternbild ausdehnt.
Auch im Sternbild Stier oberhalb des Orion beobachten wir „Alt“ und Jung“ nebeneinander:
Der rötlich leuchtende Aldebaran (Entfernung 67 Lichtjahre) ist ein alter Riesenstern. Direkt neben ihm steht eine V-förmige Gruppe junger Sterne, die Hyaden und weiter oberhalb findet man den jungen Sternhaufen Plejaden, das Siebengestirn, der den Anblick eines kleinen Wagens bietet. Solche offene Sternhaufen sind sozusagen die Kinderstuben der Sterne. Auch der Orionnebel wird sich in Millionen von Jahren in einen offenen Sternhaufen umgewandelt haben. Schließlich werden auch diese Sterne einmal zu Riesensternen und glühen dann meistens als Weiße Zwerge aus, so wie unsere Sonne in 7 Milliarden Jahren.
Gleich nach Einsetzen der Dunkelheit sieht man den Planeten Venus als sogenannter Abendstern als hellstes Himmelsobjekt. Zurzeit sind fast zwei Drittel der von der Sonne beleuchteten Seite von der Erde aus sichtbar. In einem guten Fernglas oder einem kleinen Fernrohr sieht man diese Sichelgestalt der Venus, da sie innerhalb der Erdbahn um die Sonne kreist.
Links oberhalb, in Richtung Plejaden, leuchtet hell der Riesenplanet Jupiter. Erst am 29. Januar wurde die Entdeckung zweier neuer Jupitermonde bekanntgegeben. Mond Nummer 66 und Mond Nummer 67 sind kleine nur wenige Kilometer große Gesteinsbrocken, die Jupiter aus dem Asteroidengürtel eingefangen hat.
Nach 21.00 Uhr taucht im Osten der rötlich leuchtende Mars im Sternbild Jungfrau und später der Ringplanet Saturn auf.
Damit lassen sich im Februar vier helle Planeten am Abendhimmel mit bloßem Auge beobachten.
Aber die Planeten unseres Sonnensystems sind nicht einzigartig: Nahezu 500 Planeten anderer Sterne sind inzwischen bekannt, die Daten des Weltraumteleskops Kepler zeigen Hinweise auf über 2300 weitere Exoplaneten (so nennt man Planeten, die um andere Sterne kreisen), und Abschätzungen zeigen, dass es in unserem Milchstraßensystem mehr Planeten als Sterne gibt, also viele hundert Milliarden Planeten!
Uranus ist am 10.2. im Fernglas leicht aufzufinden!
Besitzer eines Fernglases können eine einmalige Chance nutzen den Gasplaneten Uranus zu beobachten.
Die helle Venus wandert am Abend des 10. Februar ganz dicht am Uranus vorbei, natürlich nur von der Erde aus gesehen. Uranus steht dann eine Vollmondbreite links oberhalb der Venus (etwa in 10.00 Uhr – Stellung). Venus erstrahlt 10000 - mal heller, aber im Fernglas lässt sich Uranus als bläuchlich scheinendes Pünktchen erkennen. Die blaue Farbe kommt übrigens durch das in der Atmosphäre von Uranus vorhandene Gas Methan, das den roten Teil des auftreffenden Sonnenlichtes verschluckt, so dass nur der kurzwellige, blaue Anteil reflektiert wird..
- Sternkarte mit Wintersternbildern, Bernd Holstein, AAK, für 5.2., 20.00 Uhr
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