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AstroNews: Sternenhimmel im Januar

Venus kommt als Abendstern
AstroNews: Sternenhimmel im Januar

Sternenhimmel am frühen Abend im Januar

Venus wird Abendstern!

Blickt man im Januar abends gleich zu Beginn der Dunkelheit nach Südwesten, so sieht man einen sehr hellen Lichtpunkt am Horizont: Es ist unser Schwesterplanet, die Venus.

In den nächsten Wochen und Monaten wird sie abends nicht nur länger und höher stehend zu beobachten sein, sondern bis zum April auch immer heller werden: Im Volksmund wird Venus dann der Abendstern genannt. Im Mai verschwindet sie vom abendlichen Sternenhimmel und taucht dann im Sommer am Morgenhimmel wieder auf, aber eben vor Sonnenaufgang, also zu einer Zeit zu der gerade im Sommer die meisten Menschen schlafen. Sie ist dann unser „Morgenstern“.

Abend- und Morgenstern sind also Bezeichnungen für ein und denselben Himmelskörper, nämlich die Venus. Und Venus ist kein Stern sondern ein Planet wie die Erde selbst.

Venus umkreist unsere Sonne innerhalb der Erdbahn in einem Abstand von etwa 108 Millionen Kilometern. Da sie immer innerhalb der Erdbahn ist, taucht sie von uns gesehen mal links und mal rechts der Sonne am Himmel auf. Steht  sie links der Sonne, geht sie nach der Sonne im Westen unter und ist unser „Abendstern“, sehen wir sie dagegen rechts von der Sonne geht sie vor der Sonne morgens auf und ist unser „Morgenstern“. Der Wechsel zwischen „Morgenstern“ und Abendstern“ findet etwa alle 10 Monate statt und wird dadurch bestimmt, dass sowohl unsere Erde als auch die Venus gemeinsam um die Sonne laufen. Die Erde braucht dafür ja 1 Jahr und die Venus etwa 0,6 Jahre.

Wer ein Fernglas hat sollte sich einmal damit Venus anschauen. Da sie innerhalb der Erdbahn um die Sonne läuft, zeigt sie Sichelgestalten wie unser Mond: Zur Zeit haben wir „abnehmende“ Venus und im Frühjahr dann „Halbvenus“. Bevor sie dann Morgenstern wird, zeigt sie uns  nur ihre unbeleuchtete dunkle Rückseite, wir haben „Neu-Venus“. Als Morgenstern zeigt sie dann eine zunehmende Sichel.

Trübe Hölle statt Göttin der Liebe

Inzwischen wissen wir recht gut wie es auf der Venus aussieht. Sehen kann man die Oberfläche der Venus nicht. Ständig herrscht dort eine dichte geschlossene Wolkendecke, aus der Tröpfchen aus Schwefelsäure fallen. Und am Boden ist der Luftdruck der Venusatmosphäre so groß wie in 910 m Wassertiefe auf der Erde. Da die Venusatmosphäre fast vollständig aus Kohlendioxid CO2 besteht, sorgt ein gewaltiger Treibhauseffekt zusammen mit dem geringeren Sonnenabstand für eine Oberflächentemperatur von 460°C. Der Lava- und Magmaboden ist immer „leicht angeschmolzen“ und glüht schwach im dunkelsten Rot.

Der Blick an den Sternenhimmel

Links oberhalb der Venus, im Süden, steht der ebenfalls sehr hell leuchtende Gasplanet Jupiter Oberhalb der Verbindungslinie zwischen Venus und Jupiter findet man gegen 18.00 Uhr noch das sich dem Untergang neigende Herbstviereck, das zum Pegasus gehört.

Links vom Jupiter, im Südosten, prägen die Wintersternbilder den Himmelsanblick. Auffallend ist die kleine Sternenansammlung Plejaden, die wie eine Minikopie des Großen Wagens aussieht. Es  ist aber eine Ansammlung sehr junger, erst vor 1 Millionen Jahren, entstandenen Sterne. Weiter links markiert der rötlich leuchtende Aldebaran das Auge des Stieres. Und unter Aldebaran geht am frühen Abend im Osten gerade das bekannte Sternbild Orion auf. Markant sind die drei zusammenstehenden Gürtelsterne und der helle, sterbende, linke Schulterstern, die Beteigeuze. Mit diesem Sternbild wollen wir uns dann im Februar näher beschäftigen.

Zusatzinfo: Treibhauseffekt

Wie das Glasdach eines Treibhauses wirken auch bestimmte Gase, wie Kohlendioxid, die einen Planeten umgeben: Die Sonnenstrahlung kann durch sie nahezu ungehindert auf die Planetenoberfläche fallen und erwärmt diese. Die von den Gesteinen dann abgestrahlte Infrarotstrahlung besitzt aber längere Wellenlängen, die nicht mehr durch die Schicht aus Treibhausgasen nach außen hindurch kommen. Dadurch wird die Wärme zwischen Boden und Gasschicht gespeichert, die Oberflächentemperatur des Planeten steigt. Ohne den natürlichen Treibhauseffekt unserer Erdatmosphäre hätten wir eine mit Eis und Schnee durchgehend bedeckte Oberfläche.

Da die Atmosphäre der Venus fast vollständig aus Treibhausgasen besteht, führt die sowieso intensivere Sonneneinstrahlung  zu den ungemütlichen Oberflächentemperaturen von 460°C!

Sternkarte (s.o., anklicken zum Vergrößern):

Anblick des Sternenhimmels nach Sonnenuntergang  zwischen dem 6. und 12. Januar gegen 18.00 Uhr,  Richtung Süden (Sternkarte von Bernd Holstein, AAK)

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