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Kosmischer Staub und Eisbohrkerne

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Neue Methode der Klimaforschung?

Kosmischer Regen

40 000 Tonnen kosmisches Material prasseln jährlich auf die Erde

Bremerhaven/Washington (dpa) - Rund 40 000 Tonnen kosmischer Staub und anderes Material prasseln jährlich aus dem Weltraum auf die Erde. Und seit mindestens 30 000 Jahren ist dieser extraterrestrische Partikel-«Regen» ziemlich konstant, wie ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im Fachjournal «Science» (Bd. 313, S. 491) von diesem Freitag berichtet. Wissenschaftler vom Bremerhavener Alfred-Wegener- Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) und US-Kollegen vom Lamont-Doherty Earth Observatory der Columbia University in New York hatten erstmals an einem antarktischen Eiskern den Gehalt der Atomvariante Helium-3 aus kosmischem Staub untersucht.

«Der kosmische Staub wird auf seinem Weg durch den interplanetaren Raum vom Sonnenwind mit Helium-Atomen aufgeladen. Dabei kommt es zu einer starken Anreicherung des auf der Erde seltenen Isotops Helium- 3», erklärte Co-Autor Hubertus Fischer vom AWI in Bremerhaven. Die Forschungen hätten ergeben, dass die Helium-3-Konzentration in kosmischem Staub um mehr als den Faktor 5000 im Vergleich zu terrestrischem Staub angereichert ist.

«Kosmische Staubpartikel mit einer Größe von wenigen Mikrometern überdauern den Eintritt in die Erdatmosphäre und transportieren ihre Heliumfracht unverändert zur Erdoberfläche», sagte Fischer weiter. Mit den Untersuchungen von Helium-3 und dem auf der Erde häufiger vorkommenden Helium-4 konnten nun erstmals zeitliche Variationen des Helium-Flusses zwischen Eis- und Warmzeiten bestimmt werden. Die Ergebnisse dürften nach Auffassung der Wissenschaftler weit reichende Konsequenzen für die Interpretation hoch aufgelöster Klimadaten aus Eiskernen, Ozean- und Seesedimenten haben. Anhand solcher Bohrkerne können Forscher die Klimageschichte analysieren.


Weitere Infos:


  • 30,000 Years of Cosmic Dust in Antarctic Ice
    Gisela Winckler and Hubertus Fischer
    Science 28 July 2006:
    Vol. 313. no. 5786, p. 491
    DOI: 10.1126/science.1127469
Quelle: pro-physik
Physikportal der DPG
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